Kaltgepresstes Leinöl selber machen – eigenes Leinöl aus Leinsamen pressen

Kaltgepresstes Leinöl selber machen – eigenes Leinöl aus Leinsamen pressen

Leinöl ist ein Pflanzen- bzw. Samenöl, welches nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch in der Kosmetik häufig Anwendung findet. Auch in der Industrie (zum Beispiel in Farben) kommt es zum Einsatz. Aber wie stellt man es her? Wir wissen es!

Was wir benötigen:

Die Eigenschaften des Leinöls

Bereits vor 8000 Jahren bauten die Ägypter den Lein an. Eine Pflanze mit viel Geschichte also.

Leinöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Mit über 90 Prozent Anteil an diesen Fettsäuren ist es eines der fettreichsten Öle. Besonders viele Omega-3-Fettsäuren, aber auch Linolsäure und Linolensäure (ja, das sind zwei verschiedene Dinge) runden die Fette ab.

Unser bevorzugtes, kaltgepresstes, Leinöl hat eine helle, goldgelbe Farbe. Im handel häufig zu erwerbendes warmgepresstes Leinöl ist dagegen leicht bräunlich.

Geschmacklich bewegt sich (frisches) Leinöl im frisch-nussigen Bereich. Manche erinnert das Öl an Heu oder Gras. Allerdings reagiert Leinöl sehr schnell mit der Umgebungsluft, weswegen sich Leinöl sehr schlecht längere Zeit aufbewahren lässt. Es wird sehr schnell bitter und auch abgestanden. Deswegen schmeckt frisches, kaltgepresstes Leinöl auch ganz anders als die haltbare, warmgepresste Variante. Leinöl sollte immer schnell aufgebraucht werden, weswegen eine eigene Ölpresse hier besonders viel Sinn ergibt.

Wir empfehlen, Leinöl nicht länger als eine Woche aufzubewahren. Am besten lagert man es bei sehr niedrigen Temperaturen (2 bis 8 Grad) im Kühlschrank. Noch wichtiger ist eine luftdichte Verpackung.

Leinöl findet sich in unseren Breitengraden aufgrund der schnell eintretenden Ranzigkeit selten in Küchen wider. Zu unrecht, ist der Geschmack doch absolut einzigartig und – bei direkter Verwendung – ein Frischeerlebnis. Vor allem in Milchgerichten, Quark und vor allem Salaten macht sich selbst gemachtes Leinöl sehr gut.

Des weiteren wird Leinöl in der Industrie bei Lacken und Farben eingesetzt. Auch bei der Imprägnierung findet sich Leinöl häufiger. Noch häufiger findet es Anwendung in der Medizin. Zahlreiche positive Eigenschaften werden dem Leinöl nachgesagt – hauptsächlich aufgrund des hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren.

Wie viel Leinöl bekommt man pro Kilogramm Leinsamen (Öllein)?

Der gemeine Lein ist nicht sehr ergiebig. Die Industrie schafft es, aus etwa drei Kilogramm Öllein-Samen ein Liter Öl zu pressen. Für unseren Heimgebrauch müssen wir viel konservativer denken. Realistisch ist, dass aus etwa einem Kilogramm Leinsamen etwa 100 bis maximal 200 Milliliter Leinöl wird.

Anleitung: Leinöl selber machen

Für unser Rezept gehen wir davon aus, dass eine automatische Ölpresse zum Einsatz kommt. Es geht aber natürlich auch mit einer manuellen Ölmühle.

Nach der Beschaffung der richtigen Leinsamen geht die Herstellung wie bei Sonnenblumenöl vonstatten. Achtung: Fülle je nach Presse nicht alle Samen in die Presse. Manche Ölpresse verstopft so. Ist die Ölpresse beheizt, achte darauf, dass die Temperatur nicht die 40 Grad übersteigt.

Wer Leinöl selber machen will, benötigt Geduld. Die Herstellung mit einem Kilogramm Leinsamen dauert mehrere Stunden (mindestens 2,5 Stunden). Die ausgepressten Leinsamen sind übrigens noch essbar und können etwa in einem Müsli noch Freude machen.

Idealerweise verarbeitet man das Leinöl am selben Tag noch weiter, etwa in einem Salat. Wenn es aufbewahrt werden soll, nimmt man am besten ein luftdicht verschließbares Glas und lagert es maximal 14 tage in der Vorratskammer oder im Kühlschrank.