Kräuteröl selber machen – Tipps & Tricks für die Herstellung

Kräuteröl selber machen – Tipps & Tricks für die Herstellung

Kräuter und Öl gehören einfach zusammen. Kräuteröle sind deswegen nicht nur sehr beliebt, sie bieten auch nahezu unendliche Kombinationsmöglichkeiten für außergewöhnliche Ölkombinationen. In diesem Artikel geht es um alles, was du zur Herstellung und zum selber machen deines eigenen Kräuteröls benötigst.

Welche Öle als Basis nehmen?

Natürlich gibt es sehr viele verschiedene Öle, so dass die Wahl des richtigen Öls für ein Kräuteröl zunächst schwierig anmuten mag. Bei nährer Betrachtung eignet sich aber fast jedes pflanzliche Speiseöl als Grundlage für unser selbst gemachtes Kräuteröl.

Die grundlegende Wahl, die man treffen muss, ist eher eine geschmackliche. Möchte man, dass die einzelnen Kräuter und Gewürze sehr gut durchdringen und nicht vom Öl überdeckt oder verändert werden? Dann sollte die Wahl auf ein relatives neutrales Basisöl fallen. Gute Möglichkeiten sind zum Beispiel:

  • Rapsöl
  • Sonnenblumenöl
  • Keimöl
  • Distelöl

Wichtig ist, dass es sich um ein hochwertiges, kaltgepresstes Öl handelt. Denn wie bei vielen Gerichten bestimmt die Qualität der Hauptzutat (in diesem Fall das Öl) später auch die Qualität des Kräuteröls.

Alternativ fällt die Wahl auf aromatischere Öle, die den Geschmack stärker beeinflussen, aber durchaus auch eine gute Wahl sein können! Im Endeffekt spielen die eigenen Vorlieben die Hauptrolle. Wer es gerne nicht nur „kräuterig“ mag, der greift idealerweise zu:

  • Olivenöl
  • Nussöl (z.B. Walnussöl)
  • Kürbiskernöl

Auch hier gilt: Hochwertige Öle verwenden und nicht am falschen Ende sparen.

Welche Gewürze und Kräuter eignen sich?

kräuterHier sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Idealerweise verwendet man natürlich aromatische Kräuter. Ein Mögliches Indiz für eine gute Eignung ist ein hoher Anteil am Gehalt von ätherischen Ölen. Diese Gewürze und Kräuter eignen sich sehr gut für selbst gemachtes Kräuteröl:

  • Rosmarin
  • Thymian
  • Salbei
  • Minze
  • Majoran
  • Salbei
  • Oregano
  • Melisse
  • Bärlauch
  • Estragon
  • Liebstöckel
  • Beifuß

Diese Liste ist nur als Auswahl zu verstehen!

Übrigens ist es kein eingemeiseltes Gesetz, das jeweils nur eine Kräuterart verwendet werden darf. Die besten Öle entstehen durch Experimente und geeignete Kombinationen.

Es müssen übrigens nicht zwangsläufig frische Kräuter verwendet werden. Auch getrocknete Kräuter sind geschmacksintensiv und eignen sich für Kräuteröle sehr gut, auch wenn sie meist weniger der wertvollen ätherischen Öle besitzen. Einen Vorteil bringen die getrockneten Kräuter aber mit: Sie sind nicht so leicht verderblich, da sie einen geringeren Wassergehalt haben. Schimmelige Rosmarinzweige in einem Kräuteröl können mit getrockneten Gewürzen vermieden werden.

Kräuteröl selber machen – Tipps zur Herstellungkräuteröle

Neben einem Basisöl guter Qualität benötigen wir natürlich die entsprechenden Kräuter und ein geeignetes Gefäß (aus Glas!) für die Aufbewahrung und die Herstellung. Die Kräuter müssen in jedem Fall in der Flasche vom Basisöl verdeckt werden und mehrere Wochen dort lagern, damit sich der Geschmack verbreiten kann. Dabei ist es wichtig, dass das Glas mehrmals pro Woche geschüttelt wird. Nach drei bis vier Wochen kann die erste Geschmacksprobe erfolgen. Ist diese zur Zufriedenheit verlaufen, sollten die Kräuter entfernt werden, um den Geschmack nicht zu intensiv werden zu lassen.

Wie viel Kräuter man am besten nehmen soll? Da jedes Kraut und Gewürz anders intensiv schmeckt, ist eine Pauschale Antwort schwierig. Als Faustregel kann man höchstens anwenden, dass die verwendete Kräutermenge pro 100 ml Öl zwischen fünf und zehn Gramm liegen sollte. Ausnahmen gibt es natürlich trotzdem, aber generell liegt die benötigte Menge in diesem Rahmen.

Wie lange hält sich selbst gemachtes Kräuteröl?

Selbst hergestelltes Kräuteröl hält sich problemlos mehrere Monate, solange es luftdicht verschlossen an einem dunklen Ort lagert. Kräuteröl gehört keineswegs in den Kühlschrank, sollte aber auch nicht zu warm werden. Mit der Zeit verfärbt sich das Öl und wird leicht trüb. Das sagt allerdings noch nichts über die Haltbarkeit aus.

Auch der Geschmack verändert sich über die Monate und kann leicht ranzig werden. Überbleiende, nicht von Öl bedeckte Kräuter können mit der Zeit schimmeln. Normalerweise hält sich Kräuteröl bis zu einem halben Jahr, gut gelagert kann es auch ein ganzes Jahr überstehen.